Wie ich im März auf den Fluß gekommen bin …

… und wohin er mich getrieben hat?!

Was ein alter Rembrandt, ein Selfie von van Gogh und jede Menge Bücher gemeinsam haben?

Warum im Frühling für mich an Aachen kein Weg vorbei führt?

Die Antworten gibt es hier und Ihr seid nur noch einen Klick entfernt von meiner kleinen Bilder-Reise:

Es gibt viel zu Schwärmen von diesen vier wunderbar entspannten und spannenden Tagen auf dem Rhein. Wo mich die Wellen Nachts in meiner geräumigen Kabine sanft in den Schlaf geschaukelt haben. Wo man sich hinter dem Panaroma-Fenster der Sauna ein wenig wie in einem Aquarium fühlen kann, so fröhlich glucksend schwappt es gegen den Bug.

Wo zahllose Frachtschiffe wie an Schnüren gezogen an uns vorbei gleiten. Sich auch schon mal kitschig im Sonnenuntergang begegnen.

Wo man bei Hafenrundfahrten mit Ozeanriesen konkuriert und beleuchtete Skylines bestaunen kann.

Hier wo das Essen und die Weine so gut sind, dass meine Diät Pause machen muss. Hier wo ich endlich Zeit habe, Zeit auf Deck einfach mal nur Löcher in die Luft zu gucken. Die Landschaft zu bestaunen und das Treiben an Land aus einer ganz neuen Perspektive, so abwechslungsreich wie es eben nur dieser Strom mit seinen Anreinern kann.

Jeder Fluß hat seinen eigenen Ton, hier am Rhein schlägt das Herz der Großindustrie und seine Anlagen, gleich ob Fabrik, Kraftwerk oder Hafen sind aus diesem Blickwinkel mehr als betriebsam, sie sind beeindruckend …

Es ist regnerisch und es hat kühle elf Grad, als mein Mann in Amsterdam zum ersten Mal per Handy-App ein Taxi für uns ruft. Dann wuseln wir auch schon lautlos durch den Frühverkehr, mit dem arabischen Fahrer auf Englisch über das koreanische Elektro-Auto fachsimpelnd, in dem wir gerade sitzen, unserem heutigen Tagesziel, dem Rijksmuseum entgegen.

Malerisch ist sie, diese Gebäudeschönheit an der Amstel, sie erinnert mich ein bisschen an Hogwarts und jetzt kann ich es ja verraten: Unter ihrem Dach wohnen die Gemälde Alter Meister und jede Menge kunsthistorische Bücher einträchtig beisammen.

Nach dem Durchgang durch seinen Eingang steht mir schon der Mund offen, ich kriege hier heute noch eine Kieferklemme! Dabei habe ich das Atrium noch gar nicht gesehen, das Haupt-Treppenhaus, die große Halle mit ihren Buntglas-Fenster und die Farben, diese Farben! Gleich ob an den Wänden oder auf den Gemälden. Erst zu Hause stelle ich fest, dass mein Video, das ich beim Durchschreiten der “gallery of honor” gedreht habe auf dem Kopf steht, so wie ich irgendwie an diesem Tag. Wo auch zuerst hinschauen bei all dieser Pracht?

Das Selfie von van Gogh, die berühmte “Nachtwache” von Rembrandt beide umlagert. Artefakte und Waffen aus aller Herren Länder. Vor der “Schlacht von Waterloo” muss ich mich hinsetzen! Wie haben die denn bitte dieses Riesending hier hereingebracht?

Mein Lieblings-Ausstellungsraum bleibt aber “Die Macht auf dem Meer”. An den Wänden ringsum Gemälde von Seeschlachten, ein riesiger hölzerner Schiffsbug über der Tür und das Modell eines alten Seglers in der Saalmitte. Alte Globen, die die Welt zeigen wie sie damals kartografiert war als es noch soviel zu entdecken gab, noch gar nicht alle Kontinente benannt waren.

Am Ende des Saals nehme ich die letzte Tür links und damit den Eingang, den Übergang in eine andere Welt, in eine andere Zeit. Das Museum beherbergt hier eine Bibliothek und zwar die größte Sammlung kunstgeschichtlicher Werke der Niederlande. Hier riecht es so unglaublich nach Buch! Das ist einfach das beste Parfüm der Welt!

Unser zweiter Stopp ist eine Hafenstadt, die mit Modernität und durch Visionsfähigkeit besticht, das ist Stadtplanung “at it’s best”. Na? Genau: Rotterdam, macht mich mit seiner mutigen Architektur sprachlos. Hier schaue ich zu Gebäuden auf, deren Formensprache bunt ist und wo sich immer wieder neue Blickachsen öffnen die verblüffen.

Unfassbar, dass die gesamte Stadt zwei Meter unter dem Meeresspiegel liegt und permanent von Pumpen entwässert werden muss. Der tiefste bewohnte Punkt in Rotterdam liegt sogar bei sechs Metern u.n.N.!

Brückenschläge die wie Harfen anmuten, zart und gewaltig zugleich. Wohnquader die auf der Spitze balancieren, dazwischen alte Jollen und Segelschiffe, ausgemusterte Kreuzfahrer die an die Zeit der Titanic erinnern. Welche Geschichten diese Bootswände wohl erzählen können?

Ich spinne in Gedanken Seemannsgarn, liege an Deck während unser Schiff auf dem Wasser langsam und fließend eine Wende vollführt, wie beim Wasser-Ballett. Dieses Rotterdam, diese Käseauswahl, die faustgroßen Kokosbällchen, der Schinken und die Weine in seiner Markthalle mit ihren integrierten Wohnungen spuken noch in mir. Den Fotorausch von heute früh muss ich erst noch Verdauen.

Meine mitgebrachte Reise-Lektüre der Kunstkrimi “Der Turm der blauen Pferde” von Bernd Jaumann ruht auf meinem Bauch. Der Titel war perfekt gewählt, das aber ist eine andere Geschichte und will zu einem späteren Zeitpunkt erzählt werden …

Eine Frage bleibt noch, sie stellt sich auf dem Heimweg: Ob wohl vor dem Aachener Dom schon die Magnolien blühen? Die Antwort darauf ist nachfolgend zu bestaunen. Ein wahres Blüten-Feuerwerk!

Zum Abschied von einer wunderbaren Reise dann noch einmal Einkehren, im Lieblings-Cafe bei “Krippekratz, Mandeleis und Sahne!”. Weltklasse!!!

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4 Kommentare

  1. Petra
    6. April 2019

    Da hast Du doch einen Grund um noch einmal aufzubrechen, Dorothee. Bei unserem ersten Besuch vor ein paar Jahren hatte das Museum wegen des Koniginnentags geschlossen. Uns wurde so auch der perfekte Grund für eine Rückkehr geliefert … LG Petra

  2. Dorothee
    5. April 2019

    Da kannte ich so Einiges , denn auch ich machte vor ein paar Jahren eine Flusskreuzfahrt von Köln nach Amsterdam! Im Museum war ich leider nicht…die Bibliothek …ein TRAUM!!

  3. Petra
    5. April 2019

    Sehr gerne Anke, ich freue mich wenn ich anregen kann mit meinen Beiträgen. Den Hinweis auf mehr Fotos nehme ich auf und überlege wie ich das evtl. auch in den Rezensionsbeiträgen realisieren kann. Bei meinen Unterwegs-Beiträgen ist das leichter. Wenn ich auch seltener unterwegs sein kann als ich das möchte … Alle diese Beiträge, auch die Logbücher meiner anderen Reisen findest Du in einer gesonderten Unterwegs-Rubrik auf dem Blog, immer auch mit Fotos die ich alle selbst gemacht habe. LG von Petra

  4. Anke
    5. April 2019

    Vielen Dank für die vielen Anregungen. Ich denke, ich werde meinen Mann überzeugen, der Reiseroute bei Gelegenheit zu folgen. Allein die alten Bücher…Mehr Fotos würden mich persönlich nicht stören, fände ich sogar besser. Freue mich auf den nächsten Bericht 🤗 liebe Grüße

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